Gut zu wissen – Sonderfälle aus dem Rights-Clearance-Department

Gut zu wissen – Zitatrecht bei urheberrechtlich geschützen Werken

IMMER SCHÖN FAIR BLEIBEN!

Es gibt eine Ausnahme des allgemeingültigen Urheberrechts, die jedoch häufig falsch verwendet wird: das Zitatrecht. Es erlaubt, urheberrechtlich geschützte Werke zu nutzen, wenn sie dem Zitatzweck dienen. Das kann eine wissenschaftliche Arbeit sein, Nachrichten, Satire, Parodie oder eine Dokumentation, die das entsprechende Thema behandeln. In Ländern wie den USA und Israel ist das Zitieren außerdem in Lehr- und Weiterbildungsmedien erlaubt sowie durch Suchmaschinen.

Der Begriff nennt sich fair use: Stets gilt, das zitierte Werk muss im Rahmen eines eigenständigen Werks zum Thema verwendet werden, eine Verwendung außerhalb eines kontextuellen Umfelds, sozusagen eine "Zitatsammlung", ist nicht erlaubt. Es gibt zwar keine feste Regel, welchen umfänglichen Anteil das Zitat innerhalb eines Werks haben darf, aber im Streitfall ist ein zu großer Anteil eben kein "fair use" mehr. Denn fremdes Material darf man nicht zur Ausschmückung im eigenen Interesse verwenden, auch nicht mit Quellenangabe.

Wie immer gibt es von Land zu Land unterschiedliche Bedingungen und Auslegungen. Es muss also im Einzelfall geprüft werden, ob und in welcher Form eine Verwendung von Filmmaterial als Zitat möglich ist, um eine kalte Dusche zu vermeiden. Wir helfen Euch gerne dabei.

Gut zu wissen – Verwendung bekannter Persönlichkeiten

ZAHNPFLEGE Á LA CLOONEY

"Stars sind doch öffentlich, also darf man sie verwenden. Oder?" Noch nicht einmal im regulierten Deutschland gibt es verbindliche Gesetze, die die kommerzielle Verwendung von Personen des öffentlichen Interesses regeln, da hier unterschiedliche Rechtsbereiche aufeinander treffen: Meinungs- und Pressefreiheit vs. die Rechte auf Privatsphäre und am eigenen Bild. Aber es gibt zahlreiche Fallbeispiele, die eine Art Regel erkennen lassen:

Wenn Personen, die aufgrund von Ansehen, Amt, Fähigkeiten oder Taten bekannt sind (wie Politiker, Künstler, Schauspieler, Sportler), im Kontext ihrer Bekanntheit in Bild und Ton verwendet werden, steht das öffentliche Interesse an Informationen über dem Interesse der entsprechenden Person an Privatsphäre.

Wenn also George Clooney nebst Gattin über den roten Teppich schreitet, darf die Szene zur Illustration des Themas George Clooney als Schauspieler genutzt werden (redaktionell).
Wenn dieselbe Szene aber verwendet werden soll, um ihm z. B. die Vorliebe für eine bestimmte Zahnpasta "in den Mund zu legen" (kommerziell), wird Herr Clooney womöglich etwas dagegen haben. Ganz sicher wird er etwas dagegen haben, wenn man einen zufällig gefilmten Ehekrach veröffentlichen wollte (Intimsphäre!). Falls der gefilmte Ehekrach nun zufällig auf dem roten Teppich stattfand – nun, das ist wieder ein andere Geschichte ...

Gut zu wissen – Haftungsfreistellung

WENN RECHTE NICHT KLÄRBAR SIND

Es kommt vor, dass Rechteinhaber nicht ermittelt werden können. Meistens, weil die Identität von abgebildeten Personen nicht herauszufinden ist. Oder die Person trotz wiederholter Versuche nicht erreichbar ist. Oder Todeszeitpunkt und -ort unbekannt sind, weswegen die geltenden postmortalen Persönlichkeitsrechte nicht angewendet werden können.

Das war's also mit der Verwendung? Nicht unbedingt: Wir haben das Know-how und die Erfahrung, um ein Risiko fachgerecht einzuschätzen. Wenn es hoch ist, müsst Ihr dennoch nicht Kopf und Kragen für eine Nutzung riskieren: Dafür bieten wir Euch eine Haftungsfreistellung an, mit der alle eventuellen Schadenersatzforderungen an Framepool gerichtet werden – Ihr tragt also kein Risiko mehr.

Die Höhe der Gebühr für die Haftungsfreistellung (indemnification fee) richtet sich nach dem jeweiligen Risikograd, der pro Projekt kalkuliert wird: Nutzungsart und -dauer, Verbreitung (national, kontinental, global), zeitgenössische oder historische Personen, Bedeutung der Personen für die Öffentlichkeit und innerhalb des Bildmotivs u.v.m.. Die Gebühr gilt für alle nicht klärbaren Drittrechte innerhalb eines Projekts.

Merke: Wir klären alle Rechte. Und wenn Rechte nicht klärbar sind, haben wir auch eine Lösung.

Anfrage an rightsclearance@framepool.com

Gut zu wissen – Werbung im Bild

WENN FUSSBALL ZUM RISIKOSPORT WIRD

Die Europäische Fußball-Meisterschaft ist zu Ende, wir bekommen frisches Material von den Spielen, den Spielern und … deren Sponsoren:
Bei großen Sportevents ist es quasi unmöglich, die allseits präsenten Logos, Slogans und Namen der Werbetreibenden aus dem Bild zu halten. Man könnte zwar annehmen, die investierenden Unternehmen seien dankbar, wenn ihre wertvollen Werbemaßnahmen auch nach dem Event weiter verbreitet werden, doch darauf sollte sich keiner verlassen. Denn lukrativer ist es für sie, gegen eine ungenehmigte Verwendung zu klagen.

Damit niemand versuchen kann, seine Investitionen über Euch zu refinanzieren, solltet Ihr tunlichst vor Verwendung eine Klärung der Drittrechte vornehmen. Neben den üblichen Rechten am eigenen Bild (Spieler und Beteiligte, Publikum etc.) können das auch Veranstaltungsrechte sein und, wenn Firmenwerbung im Bild ist (Logos oder Slogans auf Bandenwerbung, Trikots, Anzeigetafeln etc.), eben auch Markenrechte. Nota bene: Dies gilt auch für Royalty Free-Material! Aber keine Sorge, wir kümmern uns drum – bei unserem eigenen Footage und auf Anfrage auch bei dem aus anderen Quellen.

Für Sponsoren ist es lukrativ, gegen eine ungenehmigte Verwendung zu klagen.

Gut zu wissen – Lizenzgebühren richtig einschätzen

Talent Fees als Spielverderber

Lizenzgebühren raten ist wie ein Katz-und-Maus-Spiel: Meistens gewinnt der andere. Damit Eure Chancen auf einen Gewinn steigen, redet mit uns, bevor Ihr Schätzungen abgebt!

Ein jüngstes Beispiel aus unserem Rechteklärungs-Nähkästchen betrifft zwei Szenen aus berühmten Cartoons, die in einem Werbespot eine tragende Rolle spielen sollten. Die Agentur preiste die Lizenzgebühren für beide Shots gerade mal Fünfstellig ein, die tatsächlichen Gebühren betragen allerdings das Zehnfache – für jeden Shot! Bei dieser Diskrepanz ist selbst bei ganz viel "Mengenrabatt" des Lizenzinhabers und sehr viel Verständnis des Kunden kaum je eine Einigung zu erzielen – das Projekt stirbt.

Um Euch solche peinlichen Erkenntnisse zu ersparen, bieten wir Euch einen kostenlosen Service: Beschreibt uns Euer Projekt, am besten anhand eines Moodfilms, und wir sagen Euch, ob es machbar ist und mit welchen Konditionen und Gebühren Ihr voraussichtlich rechnen müsst.

Merke:

  • Klärungen und Lizenzgebühren für Drittrechte können auch bei Royalty Free-Footage anfallen: Neben den Persönlichkeitsrechten gibt es Audiorechte, Markennamen und Brands im Bild, Logos von Fremdfirmen (häufig bei Sport-Footage!), Veranstaltungsrechte, Urheberrechte Dritter u.s.w.
  • Lizenzgebühren für die Urheberrechte an externem Material (das nicht über eine Agentur angeboten wird) und andere Drittrechte orientieren sich am Gesamtetat einer Kampagne und deren erwarteter Reichweite (Mediaplan).
  • Persönlichkeitsrechte (Talent Fees) orientieren sich oft an der teuersten Persönlichkeit im Clip ("MFN" – Most Favoured Nation Clause).
  • Die Gebühren schwanken beträchtlich je nach Rechteinhaber und Mediaplan, eine Schätzung gleicht daher einem Roulettespiel.
Wir bieten Euch
  • die Erfahrungswerte für eine Schätzung (kostenlos)
  • das Know-how für Klärungen (450 Euro pro Recht)
  • das Geschick für Verhandlungen (auf Kommissionsbasis).
Ergo:
Wenn es um viel Geld geht bei Rechtefragen, ist der "50:50-Joker" die falsche Wahl. Nutzt Framepool, wir sind Euer "Telefon-Joker"!

Beschreibt uns Euer Projekt, am besten anhand eines Moodfilms, und wir sagen Euch, ob es machbar ist. (FOTO: © Warner Bros)

Gut zu wissen – Besser Rechte klären als Klage riskieren

30 Mio. US-Dollar Schadensersatz …

… fordert Fußballstar Pelé für verletzte Persönlichkeitsrechte bezüglich einer Werbeanzeige von Samsung, auf der er gar nicht zu sehen ist. Die Klage ist berechtigt, denn, wie wir bereits berichteten, müssen die Persönlichkeitsrechte auch beim Einsatz eines Doubles oder typischer Symbolik (in Pelés Fall: sein berühmter Seitfallzieher) gewahrt werden.

Alle Rechte für jegliche Verwendung und für jedes Land der Erde zu klären kann eine aufwändige Aufgabe sein, an der unsere Mitbewerber nicht selten scheitern bzw. sie gar nicht erst anbieten. Bei vielen Footage-Anbietern werden Persönlichkeits- und andere Drittrechte von vorneherein ausgeschlossen, wie man in den AGBs feststellen kann – und sollte!

Dies bedeutet, dass jeder Kunde alle Rechte selbst klären muss und für die Nutzung selbst haftet. Bei Streitfällen mit Gegnern aus anderen Ländern oder sogar Kontinenten kann das – je nach Gerichtsstand – sehr ungut werden.

Ob die Höhe von Pelés Schadensersatzklage berechtigt ist, werden die Gerichte klären. Sicher ist, dass Samsung und deren Agentur Kosten, Aufwand, Image- und vermutlich auch manchen Arbeitsplatzverlust vermieden hätten, wären alle Rechte vorab geklärt worden.

In 15 Jahren seit Gründung hat Framepool stets alle nötigen Rechte geklärt bzw. die Verwendung durch eine „Idemnification“ (Rechtefreistellung) abgesichert. Wir sind stolz darauf, dass die Versicherung nie zum Einsatz kam, wir unsere Kunden und Lizenzgeber immer vor Klagen bewahren konnten und werden dies auch in Zukunft tun.

Bei vielen Footage-Anbietern werden Persönlichkeits- und andere Drittrechte von vorneherein ausgeschlossen, wie man in den AGBs feststellen kann – und sollte!
Samsung Werbeanzeige mit Pélé Double (FOTO: Webber Represents)

Gut zu wissen – Rechtslage bei nachgestellten Szenen

Nachmachen gilt nicht

Ihr habt DIE Idee für Euer Projekt: ein Testimonial muss her. Jemand, den jeder kennt. Doch Stars sind heutzutage teuer und wählerisch, da kann der Gedanke verführerisch sein: Wir stellen eine Szene nach!

Nichts einfacher als das: Spitze Nase, dunkle Brille, geschmeidige Moves – schon tanzt „Michael“ für Euer Projekt. Blonde Locken, sexy Neckholder-Kleid, Windmaschine von unten – klar, das ist „Marilyn“ auf dem Metroschacht. Um „den Paten“ ein Angebot machen zu lassen, das keiner ablehnen kann, reicht quasi eine sonore Raucherstimme.

Blöd nur, dass Nachmachen nicht erlaubt ist. Oder besser: Das Machen schon, aber das Verwenden nicht. Das Persönlichkeitsrecht erstreckt sich nämlich nicht nur auf die originalen Aufnahmen von Persönlichkeiten, sondern auch auf deren Nachahmung mit dem gewollten Zweck der Wiedererkennung. Das gilt für lebende genauso wie für verstorbene Stars, deren Persönlichkeitsrechte noch gelten.

So darf beispielsweise ein Marilyn Monroe-Double genauso wenig als Testimonial eingesetzt werden wie sie selbst. Fotos oder Filmaufnahmen, die bekannte Situationen nachstellen, sind ebenso geschützt wie die Originale. Nicht einmal nachgesprochene Texte dürfen verwendet werden, ohne die Nutzungsrechte mit den Rechteinhabern geklärt zu haben.

Es lohnt sich also immer, zuerst das Original anzufragen, bevor Ihr (lebende oder tote) Superstars selbst in Szene setzt. Wir kümmern uns drum.

Das Persönlichkeitsrecht erstreckt sich nicht nur auf die originalen Aufnahmen von Persönlichkeiten, sondern auch auf deren Nachahmung mit dem gewollten Zweck der Wiedererkennung.

Gut zu wissen – Panoramafreiheit

Schöne Aussichten!

Die Panoramafreiheit hat weniger mit Freiheit zu tun, als vielmehr mit weltweit unterschiedlichen Einschränkungen. Hier ein grober Überblick, was wo erlaubt ist, anhand eines Beispiels in den am meisten gefragten Ländern: Das Ablichten und Verwenden der Aufnahmen einer urheberrechtlich geschützten Fassade.

  • In den USA, Großbritannien, Japan, Spanien, den Niederlanden, Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt: Sofern ein Gebäude von öffentlichen Verkehrswegen aus aufgenommen wurde, ist jegliche Verwertung zulässig. Aber Achtung: Einschränkungen können gelten für Kunstwerke, Innenräume, Bauwerke, die keine architektonischen Werke sind (Brücken, Dämme etc.) und natürlich militärische Anlagen.
  • In Frankreich, Belgien, Luxemburg, Griechenland und Italien existiert faktisch keine Panoramafreiheit, es müssen grundsätzlich Dreh- und Nutzungsgenehmigungen eingeholt werden. Und in manchen Fällen sogar an unterschiedlichen Stellen.
Vergesst also nicht, Euch im Detail zu informieren und für manche Drehvorhaben Zeit für Genehmigungen und Behördengänge einzuplanen. Oder Ihr kauft gleich bei uns ein, inklusive aller Lizenzen.

In Frankreich, Belgien, Luxemburg, Griechenland und Italien existiert faktisch keine Panoramafreiheit

Gut zu wissen – Rechtslage bei Drohnenshots

Luftraum ≠ Rechtsfreier Raum

Häufig erreichen uns Anfragen nach Footage von Drohnen, die in atemberaubenden Manövern über den Köpfen von Menschenmengen kreisen, zwischen Wolkenkratzern hindurchpendeln, sich in fließenden Verkehr stürzen oder hinter Extremsportlern herjagen.

Wir wollen keine Spielverderber sein, aber viele Aufnahmen dieser Art werden wir Euch nicht anbieten: sie sind nicht erlaubt. Aus gutem Grund, wie ein Zwischenfall bewies, bei dem unlängst ein Skirennläufer beim Weltcup in Italien nur knapp von einer abstürzenden Kameradrohne verfehlt wurde (Foto: ORF).

Die Richtlinien für das Steuern von UAVs (unmanned aerial vehicles) sind von Land zu Land, sogar von Region zu Region unterschiedlich. Für Drohnen-Aufnahmen müssen Kameraleute außer Talent und Know-how einen Pilotenschein, eine gute Haftpflichtversicherung und großes Verantwortungsbewusstsein besitzen. Und sich vor jedem Dreh erneut informieren über eine sich ständig verändernde Rechtslage.

Darum, liebe Auftraggeber, sprecht vor Euren Kundenpräsentationen mit dem Drohnenpiloten Eures Vertrauens über die Umsetzbarkeit Eurer Ideen. Oder holt Euch das fertige Footage stressfrei und risikolos bei uns im Shop:
faszinierendes Drohnen-Footage weltweit

Für Drohnen-Aufnahmen müssen Kameraleute außer Talent und Know-how einen Pilotenschein, eine gute Haftpflichtversicherung und großes Verantwortungsbewusstsein besitzen.
(Foto: ORF)

Gut zu wissen – Recht am eigenen Bild

Unwesentliches Beiwerk

Groß ist die allgemeine Verunsicherung, inwieweit Veröffentlichungen von Personen, die zufällig im Bild sind, rechtliche Risiken bergen. In Deutschland gibt es hierzu klare Regelungen im Kunsturheberrechtsgesetz: In § 22 heißt es "Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden." Ausnahmen: "Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen" (§ 23 KunstUrhG). Das bedeutet, wenn Personen zufällig im Bild sind, austauschbar wären und nicht im Fokus liegen, gelten sie als "unwesentliches Beiwerk" und die Veröffentlichungsrechte müssen nicht geklärt werden.

Werden dagegen Personen erkennbar aus einer Menschenansammlung herausgehoben, die nicht identifiziert werden können, findet Ihr bei unserem Footage im Webshop einen Hinweis auf die ungeklärten Rechte. In diesem Fall könnt Ihr das Material auf eigenes Risiko nutzen (wir helfen Euch gerne bei der Einschätzung des Risikos) oder Framepool übernimmt gegen eine Freistellungsgebühr die Haftung.

Bei rechtlichen Fragen könnt Ihr uns jederzeit kontaktieren unter:
rightsclearance@framepool.com

Wenn Personen zufällig im Bild sind, austauschbar wären und nicht im Fokus liegen, gelten sie als "unwesentliches Beiwerk" und die Veröffentlichungsrechte müssen nicht geklärt werden.

Gut zu wissen – Unterschied zwischen "Rights Managed" und "Royalty Free"

WTF ist RM und RF?

Das ist wirklich gut zu wissen, wenn man als Produzent peinliche Pannen vermeiden will. Wie jene, so geschehen in deutschen Landen vor nicht langer Zeit: Die Partei der Liberalen, FDP, warb mit Bildern derselben glücklich durch den Wald radelnden Familie wie die Rechtsextremisten der NPD und ein finnischer Quarkhersteller. Dumm gelaufen.

Doch bei Royalty Free (RF)-Footage ist das Risiko ziemlich hoch, dass man das Material in unerwünschten Kontexten wiederfindet, da es jedermann bei diversen Archiven als wohlfeile "Flatrate" erwerben kann (einmal zahlen, immer nutzen). Glücklich durch den Wald radelnde Familien sind ein typisches Beispiel für die meist standardisierten und allgemeingültigen Inhalte von RF-Material.

Wohingegen anspruchsvolleres Filmmaterial von Lizenzgebern in der Regel nur als Rights Managed (RM)-Material angeboten wird, häufig sogar exklusiv bei einer einzigen Footage-Agentur. Bei RM-Lizenzen wird jede Nutzung des Shots einzeln kalkuliert, unter Berücksichtigung der Medien (also z.B. TV, Internet, Kino etc.), der Dauer und der geografischen Verbreitung.

Um sicherzugehen, dass das gewünschte Material in keinem unliebsamen Zusammenhang zu sehen ist, kann man RM-Lizenzen sogar exklusiv erwerben oder zumindest recherchieren lassen, in welchen anderen Produktionen das Footage noch zum Einsatz kam. So gibt es keine bösen Überraschungen.

Was können eine liberale Partei, die Rechtsextremisten und finnischer Quark gemeinsam haben? Das Footage. (Standbild aus dem Spot der NPD)

Gut zu wissen – Postmortale Persönlichkeitsrechte

Tod in Venedig

Jeder Mensch hat ein Recht am eigenen Bild, das ihn vor einer unerwünschten Veröffentlichung schützt. Dieses Persönlichkeitsrecht einer im Video oder Still abgebildeten Person ist vor Verwendung stets zusätzlich zum Urheberrecht zu klären. Hierbei gilt die Rechtslage des Landes, in dem die Person lebt, nicht, wie beim Urheberrecht, die Rechtslage des Landes der geplanten Verwendung. Aber was ist nach dem Ableben der abgebildeten Person?

Das hängt davon ab, wo und wann die abgebildete Person verstorben ist.
Wo? Die Regelung richtet sich nach dem Land, in dem der Verstorbene lebte, was nicht identisch mit der Nationalität oder dem Wohnsitz sein muss.
Wann? Fast jedes Land hat andere Fristen, in denen die Angehörigen eines Verstorbenen der Veröffentlichung zustimmen müssen: bei Tod in Deutschland sind es zehn Jahre, in Spanien können sie bis zu 80 Jahre nach dem Tod intervenieren. In England, Frankreich und Japan gibt es gar keinen postmortalen Bildnisschutz, ebensowenig in New York. In Kalifornien dagegen sind Bildnisse 70 Jahre geschützt, in Indiana sogar 100 – jeder US-Staat hat eigene Regelungen.

Und was ist nun bei Tod in Venedig? Wie das manchmal so ist in der Juristerei, gibt es hierzu keine eindeutige Antwort. Theoretisch gilt in Italien wie in Russland: der Bildnisschutz ist nicht befristet. Je nach Verwendungsart und -umfang gibt es allerdings Wege, eine aufwändige Rechteklärung mit weitreichenden Verwandtschaften zu umgehen. Da dies allerdings von Fall zu Fall behandelt werden muss, kümmern wir uns individuell darum und beraten Euch gerne.

Fast jedes Land hat andere Fristen, in denen die Angehörigen eines Verstorbenen der Veröffentlichung zustimmen müssen.

Gut zu wissen – Urheberrechtsurteil

"Happy birthday, Mr. President"

Die gute Nachricht: Das weltweit beliebte Lied "Happy Birthday to You" wird vielleicht bald als Allgemeingut anerkannt, die Rechte daran wurden Warner/Chappell Music jedenfalls schon mal aberkannt. Ein Fest, nicht nur für Geburtstagskinder. Darf Marilyn Monroe jetzt wieder für den Präsidenten singen?

Die schlechte Nachricht: Noch ist es nicht so weit. Das Urteil des Gerichts in Los Angeles bedeutet nur, dass man das weltweit wohl am meisten gesungene Lied bei der nächsten Geburtstagsfeier im Betrieb gebührenfrei vortragen darf. Zumindest so lange der Urheberschutz unklar ist bzw. bis Ende nächsten Jahres, dann sind 70 Jahre nach dem Tod der Urheber vergangen. Das freut besonders die Filmschaffenden, die bisher für die Verwendung weniger Sekunden „Happy Birthday“ in ihren Werken kräftig zur Kasse gebeten wurden.

So lange es keine Freigabe des weltweit beliebten Liedchens gibt, klären wir natürlich die Rechte an Marilyns Geburtstagsständchen für Euren individuellen Bedarf. Bis dahin haben wir für Euch hier die zensierte Version

So lange es keine Freigabe des weltweit beliebten Liedchens gibt, klären wir die Rechte an Marilyns Geburtstagsständchen.

Gut zu wissen – Lizenzrechte für den Eiffelturm

Nachts in der Stadt der Liebe

Tief blickt sie aus ihren großen Augen, haucht leise “Je t’aime” und sinkt in seine starken Arme. Der Blick gleitet weg von dem verliebten Paar, über das nächtliche Paris bis zum festlich beleuchteten Eiffelturm und ... CUT!

Bei dieser Einstellung hat nicht nur der Regisseur mitzureden. Ob Kinofilm oder Doku, Bewegt- oder Standbild: Die Betreibergesellschaft des Eiffelturms hält die Urheberrechte an der Beleuchtung des berühmten Bauwerks, die 1985 von dem Lichtingenieur Pierre Bideau installiert wurde, und hat somit ein Mitspracherecht bei jeglicher kommerzieller Veröffentlichung.

Euer romantisches Intermezzo sollte also entweder bei Tage stattfinden, oder wir klären gerne im Einzelfall die Rechte für Euch. So oder so: Footage vom Eiffelturm gibt's hier

Die Betreibergesellschaft des Eiffelturms hält die Urheberrechte an der Beleuchtung des berühmten Bauwerks.